Tele-EKG bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen

Projekthintergrund
Ein beträchtlicher Teil der Bundesbevölkerung hat Herzrhythmusstörungen, wobei der Anteil von Rhythmus-Patienten zwischen 1 – 20 % liegt in Abhängigkeit vom Alter (der “Löwenanteil“ ist das so genannte Vorhofflimmern). Die Mehrzahl (>95%) aller Herzrhythmusstörungen sind harmlos, 20% aller Herzrhythmusprobleme sind asymptomatisch. Die Beschwerden bei Rhythmusstörungen sind oft diffus, atypisch und wenig richtungsweisend (Herzjagen, Herzrasen, Herzstolpern, Schwindelgefühl, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Kurzatmigkeit, Angst, Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit mit Synkope) und es gibt daher keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen den Beschwerden des Patienten und der Gefährlichkeit der Rhythmusstörungen. Zudem wird das plötzliche Auftreten von Rhythmusstörungen als sehr unangenehm und beängstigend empfunden. Dies verursacht als Folge
  • ein häufiges Aufsuchen eines Arztes
  • eine erhebliche Belastung für die oft kranken, älteren Patienten
  • ein oft normales (momentanes) EKG in der Arztpraxis (dadurch entsteht "Frust“)
  • eine wirtschaftliche Belastung für das Gesundheitssystem
Projektbeschreibung:

Ziel des Projektes ist es, ein Filtersystem aufzubauen, mit dessen Hilfe Patienten mit gravierenden und gefährlichen Rhythmusstörungen möglichst frühzeitig und möglichst effizient ("zu Hause“) identifiziert werden können. Dabei sind Blutdruck, Puls und Beschwerden des Patienten ambulant leicht zu erheben, allein aber ein EKG bzw. ein Rhythmusstreifen bringen die Rhythmus-Diagnose und es gilt die Frage zu beantworten: wann muss welcher Rhythmuspatient wie behandelt werden?

Durch die sofortige Auswertung eines Tele-EKGs mit Hilfe eines speziellen mobilen EKG-Gerätes ist es möglich, Rhythmuspatienten sofort eine Rückmeldung über ihre momentane Situation zu geben, ohne dass sie dafür stationär aufgenommen oder in einer Arztpraxis anwesend sein müssen.

Das dafür notwendige Tele-EKG-Gerät ist eine Speicherkarte, die bis zu drei EKGs vollständig auf Knopfdruck speichern kann. In etwa der Größe einer Scheckkarte kann sie überall mitgeführt und eingesetzt werden. Nach der EKG-Aufzeichnung übermittelt das Gerät die EKG-Daten mittels Infrarotdatenübertragung oder durch akustische Signale an ein entsprechend geeignetes (Mobil-)telefon, das Telefon wiederum sendet das EKG automatisch an ein Tele-Zentrum, welches die Daten aufbereitet an das betreuende Ostalb-Klinikum weiterleitet. Hier erfolgt bei Bedarf die sofortige Rückkopplung zum Patienten. Diese lückenlose, rund um die Uhr Betreuungsmöglichkeit ist die eigentliche Stärke bei Verwendung des Tele-EKG Gerätes.

Eingeschlossen werden Patienten mit bekannten Herzrhythmusstörungen zum Monitoring bei etwaiger Verschlechterung und Patienten mit vermuteten Rhythmusstörungen (immer wieder Beschwerden, bisher EKGs aber normal) zum einem vom Ostalb-Klinikum und zum anderen auch durch niedergelassene Kardiologen.

Ablaufschema Projekt "Tele-EKG bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen